Fundstücke #2

  • Einen interessanten und lehrreichen Artikel hat Ute auf ihrem Reiseblog veröffentlicht. Daheim in den eigenen 4 Wänden ist es für viele schon Gewohnheit, sich möglichst umweltbewusst und nachhaltig zu verhalten, aber wie macht man das im Urlaub?

 

 

  • Eine großartiges Fotoprojekt zum Thema Gender von Thiago Antonucci.

 

  • Ein gemeinnütziges Projekt, das Kulturaustausch, Integration und Toleranz fördern will? Und das mit Kochen und Essen? Das sind ja gleich zwei meiner Herzensthemen in einer perfekten Kombination!  (Über den Tellerrand)

Ich wünsche euch eine wundervolle Woche!

Fy

Buchreview: „Lycidas“ von Christoph Marzi

Zusammenfassung:

Das Leben des Waisenmädchens Emily wird auf den Kopf gestellt, als sie eines Tages von der Ratte Lord Brewster angesprochen wird. Kurz darauf entdeckt sie eine ihr unbekannte Seite von London, das unbemerkt von den meisten Menschen von alten Göttern, mächtigen Elfenfamilien und legendären Figuren bewohnt wird. Emily Laing und ihre Freundin Aurora werden in uralte Kämpfe und Ränkespiele hineingezogen und müssen sich, unterstützt vom Alchemisten Mortimer Wittgenstein und dem Elfen Maurice Micklewhite, gegen Werwölfe, schuppige Rattlinge, steinerne Golems und gefallene Engel behaupten.

Sprache/Stil:

Die Welt ist gierig, und manchmal verschlingt sie kleine Kinder mit Haut und Haaren. Emily Laing erfuhr dies, bevor ihre Zeit gekommen war. Als sie meinen Weg kreuzte, flüchtete sie vor denen, die ihre eine Zukunft versprochen hatten, jenen, die täuschen und lügen und betrügen und dafür sorgen, dass das Lächeln in Kindergesichtern traurig und unecht wirkt.“

Schon der erste Absatz des Romans ist absolut charakteristisch für Christoph Marzi. Er spielt gerne mit wiederkehrenden Formulierungen, mit sehr malerischen Beschreibungen und einer etwas altertümlich wirkenden Sprache. Letzteres passt allerdings gut zum Charakter des Mortimer Witggenstein, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird.

Ich habe schon von einigen Leuten gehört, ihnen wäre der Stil zu „schwülstig“, das ist aber letztendlich Geschmackssache. Mir gefällt’s. =)

Besonderheiten:

Christoph Marzi bedient sich fleißig an Vorlagen aus der Mythologie und der klassischen Literatur und mixt diese Elemente geschickt mit der Moderne. Wir treffen auf Anubis in einem Nadelstreifenanzug, ein Engel arbeitet als Kundenberater in einem Musikgeschäft und um in die mystische „Stadt unter der Stadt“, die Uralte Metropole zu gelangen, muss man zunächst zur U-Bahn.

Eine weitere Besonderheit, die gerade in der Jugendliteratur nicht häufig vorkommt, ist das Spiel mit der klassischen Gut-gegen-Böse-Rollenverteilung. Einige Antagonisten werden im Laufe der Geschichte doch wieder zu Verbündeten. Oder etwas Ähnlichem. Und wer zunächst als Freund auftritt, treibt vielleicht doch nur seine eigenen Intrigen voran.

Fazit:

Lycidas ist mein Lieblingsjugend- und Fantasyroman. Punkt.

Kein Buch dieses Genre hat mich jemals wieder so gefesselt und verzaubert (Gut, die Nachfolger Lilith und Lumen stehen gar nicht schlecht da, aber die zählen nicht, da es die gleiche Reihe ist).

Ich glaube es war damals für mich die erste Geschichte ohne das typische „Der/Die ist der/die Gute und er/sie bekämpft das Böse, das ist dieser Typ/diese Trulla hier“. Dieses Mitfiebern und Mitleiden mit sämtlichen Charakteren konnte seitdem nur Game Of Thrones toppen.

Die Geschichte bietet außerdem ein paar tolle unerwartete Wendungen und ist allgemein sehr spannend und fesselnd.

Zudem bin ich ein großer Fan von Mythologie/Literatur/Moderne-Verwurstelungen und Christoph Marzi bastelt aus diesen Elementen eine wirklich fantastische, furchteregende, märchenhafte, dreckige Welt. Jedes Mal wenn ich Lycidas wieder lese, habe ich das Gefühl, ich könnte den Londoner Schnee und die Muffigkeit der Uralten Metropole riechen. Und es ist jedes Mal ein kleines bisschen als würde ich nach Hause kommen.

Fundstücke #1

  • Eine hübsche Upcycling-Idee findet ihr hier. Altpapier-Verwertung und ein neues Ordnungstool für den Schreibtisch gleichzeitig, was will man mehr?

 

  • Kennt ihr schon HabitRPG? Klingt wie eine großartige App für chronische Prokrastinatoren und/oder Spielesuchtis. Hat schon jemand Erfahrungen damit gemacht?

 

  • Eine schöne Alternative zur heutzutage üblichen Bestattung im Sarg haben sich Anna Citelli und Raoul Bretzel ausgedacht. Capsula Mundi wirbt für die Bestattung in einer Kapsel aus biologisch abbaubarem Kunststoff, über die dann ein Baum gepflanzt wird. Die Idee ist, dass die Hinterbliebenen statt einem Friedhof mit Grabsteinen eine Art „Heiligen Wald“ besuchen können. Mir gefällt dieses Konzept sehr gut und es würde mich freuen, wenn es in Zukunft als Bestattungsmethode zugelassen wird.

 

  • Zeitmanagament und Organisation wird für mich gerade ein großes Thema, da ich das erste Mal seit dreieinhalb Jahren mehr Freizeit und eine flexible Arbeitswoche habe, in dieser Zeit aber auch sehr viel erledigen muss/will. Seit einiger Zeit führe ich ein Bullet Journal, das mir wegen der absoluten Gestaltungsfreiheit sehr gut gefällt. Weitere gute Beispiele findet ihr hier oder hier.

 

Ich wünsche euch eine wundervolle Woche!

Fy