Noirmoutier

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Noirmoutier – Eine 2. Heimat für mich und meine Familie.

Seit 15 Jahren fahren wir nun schon auf diese Insel an der französischen Küste, fast jedes Jahr. Früher noch mit Zelt, dann im gemieteten Caravan, inzwischen in einem Häuschen in einer Ferienhausanlage.

Dieses Jahr bin ich das erste Mal seit 3 Jahren wieder mitgefahren.
Es war teilweise extrem langweilig. Und wisst ihr was? Das war genau richtig! Eine wunderbare Gelegenheit, viele, viele Bücher zu lesen, mir über einige grundsätzliche Dinge Gedanken zu machen oder auch einfach mal ein bisschen in der Sonne zu dösen.

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Von der Hilflosigkeit eines Möchtegern-Weltverbesserers

„Wer nichts weiß, muss alles glauben.“  (Marie von Ebner-Eschenbach)

Ein großartiges Zitat. Das Problem ist nur: Wer wiederum zuviel weiß, fühlt sich leicht überwältigt. Die Menschheit verbraucht zu viele Ressourcen. Die Menschheit versklavt und quält Tiere. Menschen in Dritte-Welt-Ländern müssen wie Sklaven arbeiten. Der Regenwald wird abgeholzt. Die Menschheit treibt den Klimawandel voran. Plastikmüll verpestet die Ozeane.
Ich will etwas dagegen tun. Das will ich wirklich! Aber wo fange ich an und wo höre ich auf?

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Leseliste

Gelesen:
(nicht ganz vollständig)

Die Bücherdiebin – Markus Heitz
Lycidas/Lilith/Lumen – Christoph Marzi
Grimm – Christoph Marzi
Fabula – Christoph Marzi
Nimmermehr – Christoph Marzi
Lyra – Christoph Marzi
Die Fließende Königin/Das Steinerne Licht/Das Gläserne Wort – Kai Meyer
Der Goldene Kompass/Das Magische Messer/Das Bernsteinteleskop – Phillip Pullman
Firmin – Sam Savage
Der Junge, der Träume schenkte – Luca Di Fulvio
Das Mädchen, das den Himmel berührte – Luca Di Fulvio
Der Schatten des Windes – Carlos Ruiz Zafon
Marina – Carlos Ruiz Zafon
Der Gefangene des Himmels – Carlos Ruiz Zafon
Das Spiel des Engels – Carlos Ruiz Zafon
Das Bildnis des Dorian Grey – Oscar Wilde
Faust I + II – Johann Wolfgang Goethe
Der Besuch der alten Dame – Friedrich Dürenmatt
Der Proceß – Franz Kafka
Die Verwandlung – Franz Kafka
Michael Kohlhaas – Heinrich von Kleist
Die Herren von Winterfell – George R.R. Martin
Das Erbe von Winterfell – George R.R. Martin
A Clash of Kings – George R.R. Martin
Der Fremde – Albert Camus
Kochen ist Krieg! – Gregor Weber
Hitze! – Bill Buford
Assassins Creed – Der Geheime Kreuzzug
Anders – Wolfgang Hohlbein
Tintenherz/Tintenblut/Tintentod – Cornelia Funke
Drachenreiter – Cornelia Funke
Dinotopia – James Gurney
Stadt der Diebe – David Benioff
Die Zeit, die Zeit – Martin Suter
Eona – Allison Goodman
Tiere essen – Jonathan Safran Foer
Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? – Richard David Precht
Anna, die Schule und der liebe Gott – Richard David Precht
Anständig essen – Karen Duve
Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen – Melanie Joy
Barfuß in Manhattan – Colin Beavan
Monsieur Ibrahim et les fleurs du coran – Éric-Emmanuel Schmitt
Antéchrista – Amélie Nothomb
Eine gebrochene Frau – Simone de Beauvoir
Schwarzer Montag – Garth Nix
Feminismus für Eilige – Margret Karsch
Praktischer Journalismus – Crossmedia – Christian Jakubetz
Abenteuer Journalismus – Franz S. Berger & Margit Böck
Anständig leben – Sarah Schill
Grimmiger Dienstag – Garth Nix
Das Politikbuch – Mehrere Autoren – Dorling Kindersley Verlag
Die Wellen – Virgina Woolf
Der Medicus – Noah Gordon
Die Buchdruckerin – Sabine Weiß
Die New York Trilogie – Paul Auster
Das Große Los – Meike Winnemuth
Frauen gehören nach oben: Die geheimen Ticks und Tricks reisender Frauen und Abenteurerinnen – Mick Conefrey
Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch
Ein Wispern unter Baker Street – Ben Aaronovitch
Tricks – Alice Munro
1984 – George Orwell
Zerbrechliche Dinge – Neil Gaiman
Macbeth – Shakespeare
Wir Alphamädchen – Barbara Streidl, Meredith Haaf und Susanne Klingner
Torchwood: The Twilight Streets – Gary Russell
Doctor Who: Only Human – Gareth Roberts
The Raven Cycle: The Raven Boys – Maggie Stiuefvater
The Raven Cycle: The Dream Thieves – Maggie Stiefvater
Fettnäpfenführer für London – Michael Pohl
Schulinfarkt – Jesper Juul
The Raven Cycle: Blue Lily, Lily Blue – Maggie Stiuefvater
Great Expectations – Charles Dickens

Ich lese gerade:

The Writer’s Tale – Russell T Davies & Benjamin Cook
Artgerecht ist nur die Freiheit – Hilal Sezgin

Mein Bücherstapel:

Sandman – Neil Gaiman
Lebenslänglich hinter Gittern – Colin Goldner
A Storm of Swords – George R. R. Martin

Und jetzt?

Und jetzt?

Als meine Mitschülerinnen und Mitschüler sich diese Frage stellten, unsicher und ratlos, konnte ich mich zurücklehnen.

Sie kämpften sich durch Studienführer, Auflistungen von möglichen Ausbildungsberufen und suchten nach ihrer eigenen Zukunft, während ich schon 1 Jahr vor dem Abitur meinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hatte.

Ich war so froh, diesem Kampf mit sich selbst aus dem Weg gegangen zu sein. Ich glaube, ich war ungefähr 12 Jahre alt, als ich das erste Mal sagte: „Ich will Köchin werden!“

Wie kam ich überhaupt darauf? Wahrscheinlich hatte es viel damit zu tun, dass meine Eltern immer gerne mit uns in Restaurants gingen, und ich so die Möglichkeit hatte, viel gutes, mittelmäßiges, aber auch hervorragendes Essen zu probieren. In meiner Kindheit und Jugend kamen dann langsam die vielen, vielen Kochshows im Fernsehen auf, Tim Mälzer, das Kochduell, und so weiter. Das waren meine liebsten Fernsehabende.

Klar, diese vielen Star-Köche und Kochshows haben schon viele junge Menschen geködert, die dann später festgestellt haben, dass die Realität in einer professionellen Küche nun einmal anders aussieht. Das war nicht das Problem. Meine Mutter klärte mich schnell darüber auf, dass die Gastronomie ein hartes Pflaster ist, dass Überstunden und Wochenendarbeit der Normalfall ist, dass in einer Küche nicht nur Schimpfworte hin- und herfliegen, sondern im schlechtesten Fall auch mal eine Pfanne.

Ich ließ mich nicht abschrecken.

Als ich in dem großen Sternehotel anfing, war mir klar, dass der Arbeitsalltag in einer Küche hart ist. Was mir nicht bewusst war, war die Tatsache, dass ich dafür eigentlich nicht geeignet bin. Ich nahm am Anfang ungefähr 8 Kilo ab, ich heulte Rotz und Wasser, wenn ich Fehler machte (und ich machte viele Fehler) und ließ mich immer wieder zusammenstauchen. Trotzdem hielt ich durch.

Warum eigentlich?

Irgendwann wurde es besser. Ich lernte, die Spiegeleier in Sekundenschnelle aus der Pfanne auf den Teller zu manövrieren, ohne dass mir das Eigelb zerriss, ich lernte, „Jawohl“ zu sagen, mit ausdrucksloser Miene, die Tränen irgendwo zwischen Herz und Kehle versteckt.

Der Chef begann, mir mehr zuzutrauen, ich wechselte vom Früh- in den Spätdienst, bekam Lob, verbockte wieder etwas, wurde zusammengestaucht, biss die Zähne zusammen und bekam irgendwann wieder ein kleines, verstecktes Lob.

Ich durfte auf die Blockhütte, ganz alleine und selbstständig arbeiten, wurde für den Gardemanger-Posten (Salate&Vorspeisen) eingeteilt, immer wieder ein Fehler, immer wieder ein schlechter Tag. Aber auch immer wieder neue Chancen, mich zu beweisen, der Postenchef krank, der andere ausgelernte Koch hatte kurzfristig gekündigt, „Na, eigentlich solltest du das auch alleine schaffen, mach mal.“

Zwei Tage war ich verantwortlich für den Posten, „Chefazubine“, nachdem das gut geklappt hatte, nahm mich der Souschef unter seine Fittiche und begann, mich zu fordern und zu fördern.

Ich hielt durch, aber war ich glücklich? Ich glaube nicht. Mir wurde viel zugetraut, viel mehr, als ich mir selbst zutraute. Immer wieder blickte ich auf andere Auszubildende, die ich für besser hielt als mich selbst und fragte mich, woran es lag. Was hatten meine Kollegen in meinen Augen was mir fehlte?

Ich glaube, es war die Leidenschaft. Nicht die Leidenschaft fürs Kochen, für gute Lebensmittel und feines Essen, davon habe ich selbst genug. Nein, es war die Leidenschaft für den Beruf selbst. Der Spaß am Stress. Die anderen schienen dabei aufzublühen, mich machte es nur fertig.

Lange Zeit dachte ich, es läge nur an meinem Ausbildungsbetrieb, an den teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen, bei denen unvergütete Überstunden zum System gehören. „Das wird alles besser, wenn ich hier erst einmal raus bin und anderswo arbeite!“

Nein, leider nicht. Nach der Ausbildung hatte ich dann die Arbeitsstelle, die ich mir gewünscht habe. Gehobene Küche, ein familiäres Arbeitsumfeld, keine Lästereien zwischen den Angestellten mehr und ein Chef, der tatsächlich auf die Einhaltung der Arbeitszeit und unsere Pausen achtet. Als ich nach kurzer Zeit wieder unzufrieden war, habe ich es dann endlich verstanden. Ich will kein Koch mehr sein.

Auffällig sind auch meine Ergebnisse in den Abschlussprüfungen: In den schriftlichen Prüfungen habe ich hervorragende Ergebnisse erzielt, die praktische Prüfung war schrecklich. Widerstrebend musste ich feststellen, dass ich mich falsch eingeschätzt hatte. Ich bin nicht der reine Praktiker, der für „Bürojobs“ nicht geeignet ist, so sehr ich mich immer gegen diese Vorstellung gewehrt habe. Fakt ist, ich habe Spaß am Lesen, am Zusammenfassen, am Schreiben, am Gestalten, am reinen Lernen ohne direkten Praxisbezug.

Und was mache ich jetzt?

Zuerst wollte ich an hart an meinen Zeichenkünsten arbeiten, um einen echten Traumberuf zu ergattern: Game Designer oder Illustrator. Leider musste ich auch diese Idee wieder über den Haufen werfen. Auch wenn ich Videospiele, Konzeptzeichnungen und Kunst liebe, auch hierfür fehlt mir wohl die nötige Leidenschaft, um jeden Tag aufs Neue kreative Ideen auszuspucken.

Aber halt, eine Sache weiß ich sicher: Ich liebe Videospiele. Ich liebe Kunst. Ich liebe Comics, ich liebe Filme, Serien, Bücher, Zeitschriften, Blogs, gute Fernsehsendungen. Ich kann mit viel Leidenschaft und Herzblut davon erzählen und darüber diskutieren.

Ich liebe Medien.

Ist das vielleicht meine Zukunft?