Noirmoutier

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Noirmoutier – Eine 2. Heimat für mich und meine Familie.

Seit 15 Jahren fahren wir nun schon auf diese Insel an der französischen Küste, fast jedes Jahr. Früher noch mit Zelt, dann im gemieteten Caravan, inzwischen in einem Häuschen in einer Ferienhausanlage.

Dieses Jahr bin ich das erste Mal seit 3 Jahren wieder mitgefahren.
Es war teilweise extrem langweilig. Und wisst ihr was? Das war genau richtig! Eine wunderbare Gelegenheit, viele, viele Bücher zu lesen, mir über einige grundsätzliche Dinge Gedanken zu machen oder auch einfach mal ein bisschen in der Sonne zu dösen.

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Von der Hilflosigkeit eines Möchtegern-Weltverbesserers

„Wer nichts weiß, muss alles glauben.“  (Marie von Ebner-Eschenbach)

Ein großartiges Zitat. Das Problem ist nur: Wer wiederum zuviel weiß, fühlt sich leicht überwältigt. Die Menschheit verbraucht zu viele Ressourcen. Die Menschheit versklavt und quält Tiere. Menschen in Dritte-Welt-Ländern müssen wie Sklaven arbeiten. Der Regenwald wird abgeholzt. Die Menschheit treibt den Klimawandel voran. Plastikmüll verpestet die Ozeane.
Ich will etwas dagegen tun. Das will ich wirklich! Aber wo fange ich an und wo höre ich auf?

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Bio- und Gütesiegel: Eine Übersicht

Beim Lebensmitteleinkauf ist die Auswahl groß. Für welches Produkt sollte man sich denn nun entscheiden?
Das Günstigste? Das ist besser für den Geldbeutel, keine Frage. Allerdings wächst der Anteil an Konsumenten, die gerne etwas mehr investieren, wenn dafür bessere Qualität und Nachhaltigkeit gewährleistet werden.
Also die teuerste Marke? Gute Qualität hat ihren Preis, das ist wahr. Aber oftmals wird der hohe Preis eher durch geschicktes Marketing begründet als durch Qualität und nachhaltige Produktion.
Ein Hilfsmittel bei der Kaufentscheidung sollen Bio- und Gütesiegel darstellen. Leider ist die Vielfalt an Siegeln, die auf den Verpackungen abgedruckt werden, sehr unübersichtlich. Wir erwarten von den bunten Logos, dass sie etwas über besondere Qualität und ressourcenschonende Produktion aussagen, dass Bauern fair entlohnt wurden und dass Tiere anständig behandelt werden. Aber was genau versprechen die einzelnen Siegel eigentlich? Und werden diese Versprechen auch gehalten?

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Game-Empfehlung: Don’t Starve

Don’t Starve ist ein Survivalspiel mit Suchtfaktor. Ihr werdet mit eurem Charakter in eine wunderbar skurill-schräg gezeichnete Welt in 2D-Grafik mit verschiedenartigen Regionen, fremdartigen Wesen und vielen, vielen seltsamen Dingen hineingeworfen und müsst – nun ja, der Titel verrät schon das primäre Spielziel – nicht verhungern. Wobei Nahrungsmangel bei weitem nicht das Gefährlichste ist, womit ihr euch auseinandersetzen müsst.
Was eure Spielfigur schneller töten kann, als ihr „Was zur HÖLLE??“ rufen könnt ist – die Dunkelheit. Genauer gesagt, die Monster, die in der Dunkelheit lauern. Deswegen sollte man ab der Dämmerung immer schön die Tageszeitanzeige im Auge behalten und unbedingt darauf achten, bei Einbruch der Dunkelheit auch ausreichend Feuerholz im Inventar zu haben.

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Fundstücke #2

  • Einen interessanten und lehrreichen Artikel hat Ute auf ihrem Reiseblog veröffentlicht. Daheim in den eigenen 4 Wänden ist es für viele schon Gewohnheit, sich möglichst umweltbewusst und nachhaltig zu verhalten, aber wie macht man das im Urlaub?

 

 

  • Eine großartiges Fotoprojekt zum Thema Gender von Thiago Antonucci.

 

  • Ein gemeinnütziges Projekt, das Kulturaustausch, Integration und Toleranz fördern will? Und das mit Kochen und Essen? Das sind ja gleich zwei meiner Herzensthemen in einer perfekten Kombination!  (Über den Tellerrand)

Ich wünsche euch eine wundervolle Woche!

Fy

Buchreview: „Lycidas“ von Christoph Marzi

Zusammenfassung:

Das Leben des Waisenmädchens Emily wird auf den Kopf gestellt, als sie eines Tages von der Ratte Lord Brewster angesprochen wird. Kurz darauf entdeckt sie eine ihr unbekannte Seite von London, das unbemerkt von den meisten Menschen von alten Göttern, mächtigen Elfenfamilien und legendären Figuren bewohnt wird. Emily Laing und ihre Freundin Aurora werden in uralte Kämpfe und Ränkespiele hineingezogen und müssen sich, unterstützt vom Alchemisten Mortimer Wittgenstein und dem Elfen Maurice Micklewhite, gegen Werwölfe, schuppige Rattlinge, steinerne Golems und gefallene Engel behaupten.

Sprache/Stil:

Die Welt ist gierig, und manchmal verschlingt sie kleine Kinder mit Haut und Haaren. Emily Laing erfuhr dies, bevor ihre Zeit gekommen war. Als sie meinen Weg kreuzte, flüchtete sie vor denen, die ihre eine Zukunft versprochen hatten, jenen, die täuschen und lügen und betrügen und dafür sorgen, dass das Lächeln in Kindergesichtern traurig und unecht wirkt.“

Schon der erste Absatz des Romans ist absolut charakteristisch für Christoph Marzi. Er spielt gerne mit wiederkehrenden Formulierungen, mit sehr malerischen Beschreibungen und einer etwas altertümlich wirkenden Sprache. Letzteres passt allerdings gut zum Charakter des Mortimer Witggenstein, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird.

Ich habe schon von einigen Leuten gehört, ihnen wäre der Stil zu „schwülstig“, das ist aber letztendlich Geschmackssache. Mir gefällt’s. =)

Besonderheiten:

Christoph Marzi bedient sich fleißig an Vorlagen aus der Mythologie und der klassischen Literatur und mixt diese Elemente geschickt mit der Moderne. Wir treffen auf Anubis in einem Nadelstreifenanzug, ein Engel arbeitet als Kundenberater in einem Musikgeschäft und um in die mystische „Stadt unter der Stadt“, die Uralte Metropole zu gelangen, muss man zunächst zur U-Bahn.

Eine weitere Besonderheit, die gerade in der Jugendliteratur nicht häufig vorkommt, ist das Spiel mit der klassischen Gut-gegen-Böse-Rollenverteilung. Einige Antagonisten werden im Laufe der Geschichte doch wieder zu Verbündeten. Oder etwas Ähnlichem. Und wer zunächst als Freund auftritt, treibt vielleicht doch nur seine eigenen Intrigen voran.

Fazit:

Lycidas ist mein Lieblingsjugend- und Fantasyroman. Punkt.

Kein Buch dieses Genre hat mich jemals wieder so gefesselt und verzaubert (Gut, die Nachfolger Lilith und Lumen stehen gar nicht schlecht da, aber die zählen nicht, da es die gleiche Reihe ist).

Ich glaube es war damals für mich die erste Geschichte ohne das typische „Der/Die ist der/die Gute und er/sie bekämpft das Böse, das ist dieser Typ/diese Trulla hier“. Dieses Mitfiebern und Mitleiden mit sämtlichen Charakteren konnte seitdem nur Game Of Thrones toppen.

Die Geschichte bietet außerdem ein paar tolle unerwartete Wendungen und ist allgemein sehr spannend und fesselnd.

Zudem bin ich ein großer Fan von Mythologie/Literatur/Moderne-Verwurstelungen und Christoph Marzi bastelt aus diesen Elementen eine wirklich fantastische, furchteregende, märchenhafte, dreckige Welt. Jedes Mal wenn ich Lycidas wieder lese, habe ich das Gefühl, ich könnte den Londoner Schnee und die Muffigkeit der Uralten Metropole riechen. Und es ist jedes Mal ein kleines bisschen als würde ich nach Hause kommen.

Leseliste

Gelesen:
(nicht ganz vollständig)

Die Bücherdiebin – Markus Heitz
Lycidas/Lilith/Lumen – Christoph Marzi
Grimm – Christoph Marzi
Fabula – Christoph Marzi
Nimmermehr – Christoph Marzi
Lyra – Christoph Marzi
Die Fließende Königin/Das Steinerne Licht/Das Gläserne Wort – Kai Meyer
Der Goldene Kompass/Das Magische Messer/Das Bernsteinteleskop – Phillip Pullman
Firmin – Sam Savage
Der Junge, der Träume schenkte – Luca Di Fulvio
Das Mädchen, das den Himmel berührte – Luca Di Fulvio
Der Schatten des Windes – Carlos Ruiz Zafon
Marina – Carlos Ruiz Zafon
Der Gefangene des Himmels – Carlos Ruiz Zafon
Das Spiel des Engels – Carlos Ruiz Zafon
Das Bildnis des Dorian Grey – Oscar Wilde
Faust I + II – Johann Wolfgang Goethe
Der Besuch der alten Dame – Friedrich Dürenmatt
Der Proceß – Franz Kafka
Die Verwandlung – Franz Kafka
Michael Kohlhaas – Heinrich von Kleist
Die Herren von Winterfell – George R.R. Martin
Das Erbe von Winterfell – George R.R. Martin
A Clash of Kings – George R.R. Martin
Der Fremde – Albert Camus
Kochen ist Krieg! – Gregor Weber
Hitze! – Bill Buford
Assassins Creed – Der Geheime Kreuzzug
Anders – Wolfgang Hohlbein
Tintenherz/Tintenblut/Tintentod – Cornelia Funke
Drachenreiter – Cornelia Funke
Dinotopia – James Gurney
Stadt der Diebe – David Benioff
Die Zeit, die Zeit – Martin Suter
Eona – Allison Goodman
Tiere essen – Jonathan Safran Foer
Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? – Richard David Precht
Anna, die Schule und der liebe Gott – Richard David Precht
Anständig essen – Karen Duve
Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen – Melanie Joy
Barfuß in Manhattan – Colin Beavan
Monsieur Ibrahim et les fleurs du coran – Éric-Emmanuel Schmitt
Antéchrista – Amélie Nothomb
Eine gebrochene Frau – Simone de Beauvoir
Schwarzer Montag – Garth Nix
Feminismus für Eilige – Margret Karsch
Praktischer Journalismus – Crossmedia – Christian Jakubetz
Abenteuer Journalismus – Franz S. Berger & Margit Böck
Anständig leben – Sarah Schill
Grimmiger Dienstag – Garth Nix
Das Politikbuch – Mehrere Autoren – Dorling Kindersley Verlag
Die Wellen – Virgina Woolf
Der Medicus – Noah Gordon
Die Buchdruckerin – Sabine Weiß
Die New York Trilogie – Paul Auster
Das Große Los – Meike Winnemuth
Frauen gehören nach oben: Die geheimen Ticks und Tricks reisender Frauen und Abenteurerinnen – Mick Conefrey
Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch
Ein Wispern unter Baker Street – Ben Aaronovitch
Tricks – Alice Munro
1984 – George Orwell
Zerbrechliche Dinge – Neil Gaiman
Macbeth – Shakespeare
Wir Alphamädchen – Barbara Streidl, Meredith Haaf und Susanne Klingner
Torchwood: The Twilight Streets – Gary Russell
Doctor Who: Only Human – Gareth Roberts
The Raven Cycle: The Raven Boys – Maggie Stiuefvater
The Raven Cycle: The Dream Thieves – Maggie Stiefvater
Fettnäpfenführer für London – Michael Pohl
Schulinfarkt – Jesper Juul
The Raven Cycle: Blue Lily, Lily Blue – Maggie Stiuefvater
Great Expectations – Charles Dickens

Ich lese gerade:

The Writer’s Tale – Russell T Davies & Benjamin Cook
Artgerecht ist nur die Freiheit – Hilal Sezgin

Mein Bücherstapel:

Sandman – Neil Gaiman
Lebenslänglich hinter Gittern – Colin Goldner
A Storm of Swords – George R. R. Martin

Fundstücke #1

  • Eine hübsche Upcycling-Idee findet ihr hier. Altpapier-Verwertung und ein neues Ordnungstool für den Schreibtisch gleichzeitig, was will man mehr?

 

  • Kennt ihr schon HabitRPG? Klingt wie eine großartige App für chronische Prokrastinatoren und/oder Spielesuchtis. Hat schon jemand Erfahrungen damit gemacht?

 

  • Eine schöne Alternative zur heutzutage üblichen Bestattung im Sarg haben sich Anna Citelli und Raoul Bretzel ausgedacht. Capsula Mundi wirbt für die Bestattung in einer Kapsel aus biologisch abbaubarem Kunststoff, über die dann ein Baum gepflanzt wird. Die Idee ist, dass die Hinterbliebenen statt einem Friedhof mit Grabsteinen eine Art „Heiligen Wald“ besuchen können. Mir gefällt dieses Konzept sehr gut und es würde mich freuen, wenn es in Zukunft als Bestattungsmethode zugelassen wird.

 

  • Zeitmanagament und Organisation wird für mich gerade ein großes Thema, da ich das erste Mal seit dreieinhalb Jahren mehr Freizeit und eine flexible Arbeitswoche habe, in dieser Zeit aber auch sehr viel erledigen muss/will. Seit einiger Zeit führe ich ein Bullet Journal, das mir wegen der absoluten Gestaltungsfreiheit sehr gut gefällt. Weitere gute Beispiele findet ihr hier oder hier.

 

Ich wünsche euch eine wundervolle Woche!

Fy